Die Sprache der Liebe lernen

Sprache der Liebe

Vorausgesetzt, du liebst deinen Partner, dann willst du bestimmt auch, dass er das weiß. Du wirst es ihm in deiner Sprache der Liebe immer wieder sagen. Leider bedeutet das noch lange nicht, dass dein Partner die gleiche Sprache spricht und sich von dir auch geliebt fühlt.

Jetzt denkst du vielleicht, „na und, ICH weiß doch dass ich ihn liebe und ich kann das ja nur in meiner Sprache sagen“! Nein, das stimmt nicht. Du kannst die Sprache der Liebe deines Partners lernen, wie jede andere „Fremdsprache“ auch.

Sender und Empfänger

Du bist im Land deines Partners ein Einwanderer und so wie wir es von den Menschen erwarten, die hier in unser Land kommen, darf dein Partner oder deine Partnerin auch von dir erwarten, dass du lernst in seiner Sprache zu sprechen. Umgekehrt gilt das natürlich auch für deinen Partner. Schon Friedemann Schulz von Thun wusste in seinem Grundlagenwerk zur Kommunikation „Miteinander reden“, dass sowohl der Sender als auch der Empfänger einer Nachricht die Verantwortung dafür trägt, dass der Inhalt auch wirklich beim Gegenüber ankommt.

  • Gesagt ist nicht gehört
  • Gehört ist nicht verstanden
  • Verstanden ist nicht einverstanden

Wir beschäftigen uns hier vor allem mit dem „Gesagt ist nicht verstanden“ . Der Sender – also Sprecher – einer Nachricht ist nicht nur dafür zuständig, dass der Empfänger die Nachricht erhält, sondern er ist auch dafür verantwortlich, dass er sie wirklich versteht. Er muss also eine Sprache wählen, die der Empfänger kennt und versteht. Es ist also naheliegend die Sprache zu wählen, die der Empfänger selbst spricht.

Was ist ein Liebestank

Warum ist es so wichtig, dass dein Partner wirklich versteht, dass du ihn liebst? Weil eine glückliche Beziehung vor allem dann funktioniert, wenn beide ihren Liebestank gefüllt haben.  Am Anfang einer Beziehung sind beide noch völlig angefüllt von dem Gefühl geliebt zu werden, beide „Tanks“ sind bis zum Anschlag gefüllt. Sprechen beide Partner jedoch eine unterschiedliche Sprache der Liebe, leeren sich die Tanks nach und nach und es wird Zeit, sie wieder aufzufüllen. Das gelingt durch Zuwendungen in der Sprache der Liebe des Partners.

In meine Beratung kommen immer wieder Paare deren Liebestank schon sehr lange leer ist, sie wirken frustriert und abgestumpft. Beide stecken voller Vorwürfe gegen den anderen. Und dennoch versichern sie mir meist in der Einzelberatung, dass sie den anderen wirklich noch lieben. Sie sind sich bloß nicht sicher, ob der andere sie auch liebt. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass sie aneinander vorbei reden.

Fünfmal die Sprache der Liebe

Als Sprachlexikon gibt es zum Glück das Buch von Gray Chapman „Die fünf Sprachen der Liebe“. Er hat sich auf die Suche gemacht, welche Sprachen der Liebe es gibt und dabei hat er diese fünf Sprachen gefunden:

Anerkennung und Lob

Lob und Anerkennung ist sicher eine der häufigsten Sprachen der Liebe und dennoch verweigern wir sie dem anderen überdurchschnittlich sehr oft. Eigentlich geht es darum, dem anderen immer wieder zu versichern, „ich sehe dich, ich finde gut was du tust, sagst oder sogar einfach nur wie du aussiehst“! 

Ganz unabhängig davon, ob das jetzt die Sprache der Liebe deines Partners ist, schadet Lob und Anerkennung natürlich nie, aber wenn es seine Muttersprache ist, dann ist es für deinen Partner oder deine Partnerin wirklich wichtig. Nur durch Lob und Anerkennung fühlt er, dass du ihn wirklich liebst.

Nähe und Zärtlichkeit

Jetzt kommen wir zu den „Schmusekatzen“ und „Sexsüchtigen“. Wer diese Sprache der Liebe spricht, braucht die Bestätigung der Liebe des anderen durch Körperkontakt. Dabei geht es nicht immer gleich um Sex, es reicht ein liebevolles Streicheln, eine Massage der Füße oder die tägliche Umarmung. Alles was körperlich zwischen euch beiden stattfindet, zeigt deinem Partner, dass du ihn oder sie wirklich liebst.

Hilfsbereitschaft

Wenn Hilfsbereitschaft die Sprache der Liebe deines Partners ist, dann gibt es für ihn nichts Schöneres, als wenn du ihm eine Aufgabe abnimmt, einen Gefallen tust oder einfach mit anfasst, wenn der Tisch gedeckt oder abgeräumt werden muss. Es geht darum für den anderen da zu sein und ihn oder sie auch ganz praktisch zu unterstützen. Wenn dein Partner dich also um Hilfe bittet, trifft ihn ein „Nein“ viel härter als andere, deren Sprache der Liebe eine andere ist. Das bedeutet nicht, dass du alles tun musst, worum du gebeten wirst, aber du solltest deutlich häufiger „Ja“ als „Nein“ sagen.

Geschenke, die von Herzen kommen

Immer wieder erlebe ich unglückliche Paare, weil sie sich nach ein paar Jahren aus Vernunftgründen dafür entschieden haben, sich gegenseitig nichts zu schenken. Ich kann das gut nachvollziehen und das ist für viele Paare auch überhaupt kein Problem. Aber wenn Schenken die Sprache der Liebe von einem der beiden ist, dann wird diese Entscheidung auf lange Sicht zu eurem Unglück beitragen. 

Es geht dabei auch keinesfalls um besonders teure oder besonders viel Geschenke, es geht um Geschenke, die von Herzen kommen. Damit kannst du den Liebestank deines Partners wunderbar auffüllen. Ja, es geht um die Blumen, die du ihr einfach mal so mitbringst oder die Zeitschrift, die du ihm vom Seminar mitbringst, weil du weißt, wie gerne er sie liest.

Zweisamkeit, die Zeit nur für dich

Auch hier kommt es vor allem in der „Rush Hour“ des Lebens – also wenn die Kinder noch klein sind und beide berufstätig sind – sehr schnell zu einem Verzicht auf die gemeinsame Zeit nur zu zweit. Auch hier entscheidet oft die Vernunft, der Babysitter ist zu teuer oder beide brauchen den Schlaf. Oft vergleichen wir uns dann auch noch mit Paaren, bei denen die Beziehung wunderbar ohne eine gemeinsame Zeit zu zweit funktioniert. Wenn es für einen von euch bedeutet, dass er nur so versteht, dass der andere mich liebt, dann wäre es wirklich fatal darauf zu verzichten.

Kein Talent für die Sprache des anderen

Immer wieder werde ich gefragt, aber wenn es mir doch schwer fällt, die Sprache des anderen zu lernen. Oder wenn ich es einfach nicht schaffe sie zu lernen. Was mache ich dann? Ich antworte dann immer, dass es auch gar nicht leicht sein muss. Es ist ja auch nicht leicht eine Fremdsprache zu lernen. Am Anfang steht zunächst die Entscheidung dafür, die Sprache lernen zu wollen und dann braucht es Fleiß. Dazu gehört Vokabeln lernen und tägliches Üben.

Wenn der Widerstand gegen die Sprache der Liebe des Partners allerdings so extrem ist, das wir sie immer wieder vergessen, dann kann es natürlich sein, dass noch etwas hinter der „Sprachstörung“ liegt. Möglicherweise gibt es noch Vorwürfe aus einem früheren Ereignis oder der eigene Liebestank muss erstmal wieder aufgefüllt werden, bevor wir bereit sind, dem anderen etwas zu geben. Gerne mache ich mich dann mit euch auf die Suche nach diesen „Störungen“.

Genau zu dem Thema Kommunikation in Beziehungen gibt es ab dem 16.03.2017 auch diesen wunderbaren Onlinekongress von Renata Vogelsang. Auch hier gibt es viele Tipps gegen Sprachstörungen in der Liebe, vor allem zur „gewaltfreien Kommunikation“ nach Rosenberg.

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