4 Gründe warum du immer noch Single bist!

Single sein

Vom Suchen und NICHT Finden der Liebe!

Hier in Berlin gibt es viele Singles! Manche von ihnen sind bereits über 10 oder 20 Jahre allein und haben die Suche nach einem Partner schon längst aufgegeben. Sie haben diese Suche sogar so weit aufgegeben, dass sie nicht einmal mehr darüber reden. Auch wenn es zu interessanten Begegnungen kommt, lassen sie sich meist nicht näher auf den anderen ein. Sie haben Angst ihr Leben zu verlieren. Natürlich nicht das physische Leben, sondern das Leben und die Freiheiten, an die sie sich über die letzten Jahre hinweg gewöhnt haben. Sie verlassen ihre Komfortzone nicht mehr für einen anderen Menschen.

Das ist genau dieselbe innere Haltung aus der heraus manche Paare zusammen bleiben, obwohl die Beziehung schon längst vorbei ist. Es müssen immer wieder Kompromisse gefunden werden. Irgendwann pendeln sie sich dann auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner ein und die Beziehung beginnt langweilig zu werden. Es ist als hätte das Paar einen inneren nicht Angriffspakt geschlossen, der sich aber wie ein Gefängnis auswirkt und im Grunde auch ein Singledasein ist.

Tatsache ist, dass Beziehungen anstrengend sind und Verzicht bedeuten. Sie sind sogar gefährlich, weil sie uns häufig emotional an unsere Grenzen bringen aber sie schenken uns ein Ganzsein, dass wir sonst nirgendwo finden.

Manche entscheiden sich ganz bewusst gegen eine Beziehung und sind damit WIRKLICH glücklich. Das sind aber doch die wenigsten. Für diejenigen, die sich auf die Suche nach möglichen Ursachen machen möchte, habe ich hier eine Suchanleitung.

1.Verletzungen aus der Kindheit

Sie sind wirklich die Hauptursache, auch wenn es manche vielleicht nicht mehr hören mögen. Frühe Zurückweisungen oder auch fehlende Anerkennung und Wahrnehmung in den frühen Beziehungen, führen zu einer Hilflosigkeit und Bedürftigkeit im späteren Erwachsenenleben. Die Arbeit mit dem inneren Kind ist eine der sinnvollsten, die es gibt. Das schwierige ist natürlich, dass uns diese Bedürftigkeit meist nicht bewusst ist. Wir haben Strategien entwickelt, sie nicht spüren zu müssen. Mit diesen Strategien versuchen wir nun in Beziehung zu anderen zu gehen. Das kann nur in die Einsamkeit führen, denn unsere Lebendigkeit ist verborgen hinter diesen Strategien. Wir zeigen dann von uns nur eine Fassade, weil wir uns nicht mehr trauen, uns wirklich zu zeigen. 

Spannend ist, dass wir ALLE mehr oder weniger davon betroffen sind. Es gibt also eigentlich überhaupt keinen Grund,  diese Bedürftigkeit zu verstecken, denn der andere sieht sie erstens sowieso und kennt sie zweitens selbst. Das einzige was wir ändern müssten ist, darauf zu verzichten, dass der ANDERE diese Bedürfnisse befriedigen soll. Sobald wir das verstanden haben, können wir uns einerseits um unsere Bedürfnisse selbst kümmern und wir übernehmen andererseits diese Aufgabe auch nicht für den anderen.

Rückfälle sind hier zwar nicht ausgeschlossen, aber wenn uns diese Dynamik erst einmal bewusst ist, können wir sie besser erkennen und uns auch gegenseitig – wenn möglich liebevoll – darauf aufmerksam machen.

2. Verletzungen aus Beziehungen

Diese Verletzungen kommen aus früheren Partnerschaften aber genauso auch aus der aktuellen Beziehung. An diese Verletzungen können wir uns meist noch sehr gut erinnern. Sie sind nicht wie die Verletzungen aus der Kindheit ins Unbewusste verbannt, sondern eher wie in einer gut gesicherten Box in uns verschlossen. Wir halten sie auch mehr oder weniger bewusst fest verschlossen! Und somit halten wir auch an ihnen fest und werden sie nie wieder los. Innerlich verurteilen wir dann den Partner ständig für das, was er uns angetan hat. Aber das Urteil fällen wir auch im Vorfeld schon über alle anderen möglichen Partner, ohne sie jedoch mit diesem Urteil zu konfrontieren. Er weiß dann weder, dass er verurteilt wurde noch wofür und somit kann er diese vermeintliche Schuld auch niemals wieder gut machen. Manchmal sind es „Verbrechen“, die schon Jahre zurück liegen, die aber immer noch die Beziehung belasten. Erst wenn diese endlich ans Licht dürfen, können wir sie loslassen. Sie wirken bei Licht betrachtet auch ganz anders als in dieser Kiste.

Langjährige Singles tragen meist eine gut gefüllte Kiste mit Vorwürfen gegen frühere Partner oder gegen das gesamte andere Geschlecht mit sich herum. Ein Blick in diese Kiste lohnt sich auch nach vielen Jahren unbedingt! Was wurde da alles gesammelt und was davon ist wirklich noch relevant, vieles kann nämlich auch einfach weg. Gelingt es allerdings nicht oder sehr schwer, sich davon zu lösen, liegt der Verdacht nahe, dass es sich auch um eine Verletzung aus der Kindheit handelt. (siehe 1.)

3. Vermeidung von Trauer

Wir haben verlernt zu trauern. Wir wollen sie sogar am liebsten ganz vermeiden und schon gar nicht wollen wir diesem Gefühl extra einen Raum oder Zeit zugestehen. Es muss ja weiter gehen und der Alltag fordert uns oft auch so schon genug. Außerdem haben wir den Verstand, der uns mit unbestechlicher Logik sagt, dass das sowieso nichts bringt, denn der Verlust bleibt ja bestehen. 

Das Problem dabei ist jedoch, dass die Trauer auf diese Weise nie aufhört. Wenn wir ihr keinen Platz einräumen und uns voll und ganz hineinstürzen, bleibt sie unter dem Deckel des Verstandes und taucht an ungewöhnlichen Orten wieder auf. Wir werden dann ganz plötzlich traurig und wissen nicht warum. Das wirkliche Trauern um einen Menschen oder auch um eine Partnerschaft, die zu Ende gegangen ist, lassen wir kaum noch zu. Dabei wäre es so unglaublich hilfreich und notwendig. Es geht ganz schlicht darum, sich intensiv allen Gefühlen, die mit der Trauer verbunden sind hinzugeben. Also auch die Wut und Ohnmacht zu spüren genauso wie die Liebe und Verbundenheit. Manchmal geht das nur in einem geschützten Rahmen und mit professioneller Begleitung aber oft reicht es, sich dafür wirklich Zeit zu nehmen.

Das Wunderbare daran ist nämlich, wenn wir dabei ganz ehrlich sind und alles zulassen, was wir gerade fühlen, darf die Trauer auch wieder vorbei sein und wir sind wirklich frei für neue Beziehungen – oder für die aktuelle auf neue Art und Weise.

4. Verstrickungen im System

Gerade, wenn wir sehr lange Single sind aber auch wenn wir in einer Beziehung bleiben, die uns deutlich nicht gut tut, hilft ein Blick auf das Familiensystem. Vielleicht handelt es sich dabei um ein übernommenes Muster aus dem System. Davon können wir uns befreien! Dazu braucht es natürlich viel Mut, wirklich hinzugucken. Und dann in der Folge brauchen wir Bewusstheit und den unermüdlichen Wunsch, das eigene Leben zu leben. Wenn uns das gelingt, erhalten wir das großartige Geschenk einer lebendigen Beziehung, innerhalb derer wir uns immer mehr selbst frei entfalten können.

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