Geschwisterstreit – lieber wir bevor es die Eltern tun!

Geschwisterstreit

Geschwisterstreit und was dahinter stecken kann

Wenn Geschwister sich streiten, ist das für viele anderen kaum auszuhalten. Für die Geschwister selbst ist es die beste Schule für die Zukunft, denn sie lernen dabei, sich durchzusetzen und sie lernen, wann es besser ist nachzugeben. Anders als beim Streit unter Freunden besteht beim Geschwisterstreit nicht die Gefahr, den anderen zu verlieren, denn er kann ja  nicht raus aus der Familie. Geschwisterkämpfe sind deshalb oft auch viel härter und unerbittlicher als Streitigkeiten unter Freunden.

Und trotzdem wissen alle Geschwister, dass sie einander lieben und brauchen. Und sie würden im Gegenzug alles füreinander tun, wenn für einen von ihnen Gefahr von außen droht. Sie sind sich näher, als sie es meistens zugeben wollen, denn sie gehören zum gleichen System.

Läuft die Streiterei jedoch ständig aus dem Ruder und bringt die gesamte Familie immer wieder an den Rand des Aushaltens, dann liegt ganz oft ein tieferer Konflikt zugrunde. Dieser Konflikt liegt nicht zwischen den Geschwistern, sondern er liegt immer in der Elternbeziehung. Die Kinder streiten dann nicht, weil sie sich selbst erfahren wollen, sondern, um den Konflikt der Eltern zu überdecken.

Als Paar geht es jetzt darum, ganz genau hinzugucken, auf was uns unsere Kinder aufmerksam machen wollen.

Geschwisterstreit

Vorwürfe und Schweigen

Wenn die Paarbeziehung so weit zerstört ist, dass es kaum noch Gespräche gibt und es ständig gegenseitige Vorwürfe hagelt, übertönen die Kinder mit ihrem Streit das Schweigen. Sie lenken die Eltern voneinander ab und meist sind ihnen diese auf einer unbewussten Ebene sogar dankbar dafür. Eine solche Elternbeziehung braucht dringend eine Wiederbelebung, beide Partner müssen wieder lernen aufeinander zu zu gehen. Ein erster Schritt kann mit meinem Emailkurs „Rette deine Beziehung“ gegangen werden.

Heimliche Kinder

Manchmal gibt es Kinder aus außerehelichen Beziehungen, die verschwiegen werden. Oft will der hintergangene Partner es lieber auch gar nicht wissen. Erstaunlicherweise spüren aber vor allem die Kinder in der Familie, wenn etwas nicht stimmt. In so einer Situation leben sie ständig mit dem Gefühl, dass da jemand fehlt. Natürlich können sie das nicht ausdrücken, die Unsicherheit und Wut darüber, bricht sich dann in unerbittlichem Geschwisterstreit bahn.

Als Eltern seid ihr jetzt in der Verantwortung es ihnen zu sagen, wenn ihr sie vor größeren Schäden bewahren wollt. Und selbstverständlich müsst ihr es eurem Partner sagen. Es ist fatal für das System, wenn jemand verschwiegen wird. Und zwar viel fataler als der Streit, der folgt, wenn ihr  eurem Partner mitteilt, dass es ein weiteres Kind von dir auf der Welt gibt.

Auch dem verschwiegenen Kind erspart ihr dadurch viel Kummer und Selbstzweifel!

Außereheliche Beziehungen

Eure Kinder spüren, wenn ihr nicht echt seid. Sie spüren sofort, ob ein Elternteil auf dem Sprung ist, die Familie zu verlassen. Gerade unter diesem Aspekt ist es wichtig, offen alles anzusprechen. Es ist kein Problem für eure Kinder, wenn die Beziehung eine offene Beziehung ist und beide Partner es WIRKLICH genau so wollen.

Das Problem taucht dann auf, wenn ein Partner eigentlich nichts von offenen Beziehungen hält und gegen seine inneren Werte lebt. Oder wenn es heimliche außerehelichen Beziehungen gibt, auch hier haben die Kinder sehr sensible Antennen. Mit dem Geschwisterstreit wollen sie die Aufmerksamkeit beider Eltern wieder auf die Familie lenken. Das gelingt zwar meist, ist aber für alle Beteiligten natürlich keine Lösung.

Verstorbene Geschwister

Das schöne Wort „Sternenkinder“ bezeichnet Kinder, die früh gestorben sind oder gar bereits tot geboren wurden. Eine schreckliche Situation, die sehr viel Liebe und Bewusstheit erfordert. Wenn beide Eltern gemeinsam trauern und es z.B. auch ein Bild von dem verstorbenen Geschwister gibt, dann bringt das – trotz des schweren Schicksals – viel Ruhe in die Familie.

Stress und Streiterei aber folgt, wenn diese Kinder verschwiegen werden. Oder – schlimmer noch – wenn die Eltern sich gegenseitig Vorwürfe machen, dass der andere z.B. nicht richtig trauert. Das Paar braucht dann in dieser Situation unbedingt profesionelle Hilfe. Diese Wunden werden durch die Zeit nicht geheilt, sondern sie schwelen im Untergrund immer weiter.

Viel besser ist es, dem verstorbenen Kind einen Namen zu geben, den lebenden Kindern von dem kleinen Geschwisterchen zu erzählen und es eine Zeitlang vielleicht sogar durch einen weiteren Teller mit an den Familientisch zu holen. Kinder können mit der Wahrheit sehr gut umgehen. Natürlich sollte es den Kindern nicht aufgedrängt werden, wenn ihr deutlich spürt, dass sie nichts davon hören wollen. Aber sobald Kinder spüren, die Eltern sind nicht echt und verschweigen etwas, drehen sie durch. Ausufernder und bis aufs Blut geführter Geschwisterstreit ist nur ein mögliches Symptom.

Erwachsene Geschwister

Sogar später, wenn die Kinder längst keine Kinder mehr sind, zeigt sich diese Tendenz unter Geschwistern. Meist gehen sie sich einfach aus dem Weg und haben wenig Kontakt zueinander. Das ist leicht, solange es keine Erbsachen zu regeln gilt. Wenn dann aber die Eltern verstorben sind oder pflegebedürftig werden, bricht der alte Kampf erneut aus. Auch hier ist ein Ende und ein gemeinsamer Friede nicht in Sicht, wenn nicht das Thema aus der Paarbeziehung angeguckt wird. Was war es, was die Eltern verschwiegen haben? Wie war die Beziehung der Eltern? Welches Geschwister hat sich schon immer falsch behandelt gefühlt? Gab es außereheliche Geschwister, die unter Umständen erst nach dem Tod der Eltern ihre Rechte anmelden? Es ist nie zu spät, das eigene Familiensystem um ausgeschlossene und somit fehlende Mitglieder zu ergänzen!

Wenn es also unter euren Kindern auffällig dramatische Geschwisterkämpfe gibt, wendet euren Blick weg von den Streithähnen und hin zu euch. Am besten mit einer Systemaufstellung, denn so zeigt sich, wo das Problem eigentlich liegt.

Oder ihr startet einfach mal mit einem Gespräch über eure Geheimnisse, die ihr voreinander habt. Es lohnt sich auf jeden Fall, diese nicht mit ins Grab zu nehmen. Ihr befreit eure Kinder von einer Last, die ihr selbst zu tragen habt.

Geschwisterstreit vorbei

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