Eltern sein und Paar bleiben

Die Kraft fürs Elternsein kommt aus der Paarbeziehung!

So werdet ihr das beste Team für die Kleinen

Unsere Kinder gehören uns nicht, denn
„Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen“ *

Ich liebe diesen Buchtitel von (*) Jirina Prekop, denn er weißt darauf hin, dass wir für die Kinder Ratgeber und Wegweiser sind.

Natürlich setzt das voraus, dass wir selber wissen, welcher der richtige Weg ist. Wir haben alle schon einmal eine falsche Antwort auf die Frage nach dem Weg erhalten. Das ist ärgerlich und bringt zusätzliche Verwirrung.

Es geht also für uns Eltern darum zu wissen, welcher Weg der richtige ist. Zumindest so lang die Kinder noch klein sind. Später werden sie ihren eigenen Weg gehen, und das ist es ja auch, was wir von Gästen erwarten.

Am Anfang allerdings geht es darum klar zu sein in den Signalen, die wir an unser Kind aussenden. Wir haben jetzt plötzlich Autorität und Macht und es gilt, damit liebevoll und verantwortungsvoll umzugehen. Keinesfalls dürfen wir diese Autorität leugnen! Häufig sehe ich aber Eltern, die auf ihre SEHR kleinen Kinder einreden und von ihnen verzweifelt wissen wollen, wie es weiter geht. Sie warten auf die Zustimmung eines 2jährigen Kindes! damit es die Schuhe FREIWILLIG anzieht. Wie oft wünsche ich mir dann, dass die Eltern den Mut haben einfach mal die Kleinen vor vollendete Tatsachen zu stellen und ihnen zu sagen, was jetzt als nächstes ansteht. Auch und gerade wenn diese sich mit Händen und Füßen dagegen wehren. Das ist nicht einfach!

Hier wird der Mut zur Macht gebraucht. Traut euch klare Ansagen zu machen! Die Kinder sind sonst heillos überfordert. Achtet auf eure eigenen Grenzen und sorgt dafür, dass die Kinder sie nicht ständig übertreten. Wenn wir genervt sind, können wir keinen Halt geben. Das geht nur, wenn wir uns selbst gehalten fühlen. Diesen Halt müssen wir als Eltern durch das Setzen von Grenzen erfahrbar machen .

 

Gleichberechtigung

Auch der VATER braucht Zeit allein mit dem Kind!

Wir Mütter haben eine exklusive Verbindung zu unserem Kind. Das ist eine biologische Tatsache. Zwar sind wir in den ersten Lebenswochen die wichtigste Bezugsperson für unser Kiner. Aber wir sind trotzdem nur der eine Teil des Ganzen. Die exklusive Verbindung beinhaltet also auch Verantwortung! DieVerantwortung, dafür zu sorgen, dass der Vater und das Kind ebenfalls zusammen finden.

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Der Vater ist genauso wichtig für ein gesundes Selbstwertgefühl des Kindes. Es ist eine große Herausforderung loszulassen und das Kind mit dem Vater allein zu lassen. Aber nur so haben beide die Chance eine gute und tragfähige Beziehung aufzubauen.

Genießt die freie Zeit und trefft euch mit Freundinnen oder geht ins Kino. Ihr tut etwas Gutes für euer Kind, auch wenn am Ende die Windel vielleicht nicht perfekt gewickelt ist. Ein guter Kontakt zum Vater ist für das Kind wichtiger!

Fühlst du als Vater dich der Herausforderung KLEINKIND nicht gewachsen und befürchtest zu versagen? Lies ein paar Artikel über den Umgang mit kleinen Babys oder lerne von der Mutter des Kindes! Sie hat den exklusiveren Zugang zum Kind, ob es dir nun gefällt oder nicht. Und vor allem genieße alles was du dabei lernst! In dieser Zeit legst du die Basis für eure Beziehung. Auch du wirst davon profitieren! Dinge, die vorher extrem wichtig erschienen, treten in den Hintergrund, wenn es um existentielle Bedürfnisse wie Essen und Schlafen geht. Du kannst dadurch nur gelassener werden.

Euch klar zu machen, dass ihr BEIDE für das Wohl des Kindes GLEICH BEDEUTEND seid, ist das Wichtigste für Eltern!

Eine Übung, wie ihr selbst euer Verhältnis zu euren Eltern bessert, findet ihr auch in meinem kostenlosen Ebook „Crashkurs Partnerschaft“.

Die Partnerschaft nicht vergessen

Die Paarbeziehung ist die Basis für das Elternsein!

Gerade zu Anfang – wenn die Kinder noch „neu“ sind –  entpuppen sie sich als wahre Beziehungskiller. Es fehlt die Zeit für ALLES, was vorher die Paarbeziehung ausgemacht hat. Alles wird jederzeit schlagartig unterbrochen!  Es wird zum Highlight wenn ihr einmal drei Sätze am Stück miteinander reden könnt. Dinge, die sonst nebenbei erledigt wurden, dauern STUNDEN und gewinnen dadurch an Wichtigkeit. Gemeinsame Unternehmungen werden seltener.

Hier steckt eine große Gefahr, denn ihr verliert euch aus den Augen! Die resultierende Unzufriedenheit darüber macht sich dann oft durch Streitereien über den richtigen Umgang mit dem Nachwuchs bemerkbar. Nehmt diese Anzeichen einfach als das was sie sind: Warnsignale! Unternehmt mal wieder etwas alleine, ohne Kind! Die Investition in einen Babysitter ist jetzt die beste Geldanlage!

Die möglichen Einwände, dass ihr zu müde seid, kein Geld für den Babysitter da ist oder ihr euch gerade lieber aus dem Weg gehen möchtet, werft ihr am besten einfach über Bord. 

Eltern sein und Paar bleiben

Müde seid ihr sowieso. Das ist mit einem kleinen Kind unvermeidlich. Geld ist dafür da, euch zu dienen und das kann es jetzt am besten, in dem ihr den Babysitter bezahlt. Wenn ihr euch lieber aus dem Weg gehen möchtet, dann ist es gerade jetzt wichtig etwas gemeinsam zu unternehmen.

Nur wenn ihr euch auch als Paar erlebt seid ihr noch ein Paar!

 

Unser Herkunftssystem

Leider gibt es keine Elternschule und das Elternsein lernen wir intuitiv.

Das bedeutet wir ahmen vieles von dem Verhalten nach, das wir als Kind von unseren Eltern mitbekommen haben. Wir erwischen uns dabei die Sätze und Formulierungen zu gebrauchen, die wir schon von unseren Eltern gehört haben und die wir damals gehasst haben. Das ist überhaupt  kein Problem, wenn wir jetzt verstehen, was unsere Eltern zu diesen Sätzen bewogen hat und wir selbst voll und ganz dahinter stehen. Ein Problem wird es erst, wenn wir uns darüber ärgern, fremdbestimmt die gleichen Fehler zu machen wie unsere Eltern damals und wenn wir diese Sätze immer noch hassen.

Was hilft dagegen? Diese Reaktion kommt quasi aus dem Vor-Bewussten. Mit dem Verstand kommt man leider nicht dagegen an. Sich bewusst zu machen in der Nachahmung gefangen zu sein, ist trotzdem der erste Schritt. Es kann ein Hinweis sein, dass die Verbindung zu den Eltern noch zu stark ist. Das ist ein ernstes Problem, denn wir tun etwas, das wir hassen.

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Es gibt aber eine gute Möglichkeit, sich von diesem Verhalten zu lösen. Schließ die Augen und stell dir deinen Vater oder deine Mutter vor und sage innerlich zu ihm oder ihr: „Liebe Mama oder lieber Papa ich bin wie du!“ Nur diesen einen Satz OHNE ihn noch weiter zu kommentieren! Lass den Satz wirken und spüre Widerstand oder Wut, die jetzt hochkommen. Halte es aus ohne ein Drama daraus zu machen. Das kannst du eine zeitlang jeden Abend vor dem Einschlafen wiederholen.  Diese simple Zustimmung zu dem Offenkundigen hilft dir dabei, dich vom Zwang des Imitierens befreien zu können. Gerade wenn es schwer fällt diesen einfach Satz auszusprechen, hilft er am besten.

Und irgendwann kannst du frei entscheiden: Willst du dich wieder genauso verhalten oder gibt es einen anderen – einen eigenen – Weg, mit dem du selbst einverstanden bist!

Gerne begleite ich euch 5 Wochen per Email. Hol dir dafür einfach meinen Emailkurs „Rette deine Beziehung“

Das neue System

Schon mit der Paarbeziehung verbinden sich zwei unterschiedliche Systeme zu einem Neuen.

Das Elternsein lässt das System noch komplexer werden. Bei dieser vielfach verstärkten Verbindung kommt es darauf an, dass nicht das System eines Partners den Vorzug vor dem System des anderen bekommt! Beide Herkunftssysteme haben die gleiche Bedeutung und sie sind beide gleich gut. Das ist ein wichtiges Signal an den Partner aber auch an die Kinder. Manchmal ist das schwer, wenn z.B. ein Elternteil seine Mutter früh verloren und der Vater  sich danach gar nicht mehr um das Kind gekümmert hat. Wenn dann auch noch im Gegenzug der Partner zwei liebevolle Eltern hat, die sich auch heute wieder um die Enkelkinder kümmern, dann fühlt sich das natürlich wie ein großes Ungleichgewicht an.

Hier laufen wir Gefahr, das eine System für besser zu halten als das andere!

Eltern sein und Paar bleiben - Systemische Paartherapie

Wie ist ein Gleichgewicht beider Systeme möglich? Das ist in der Tat eine Mammut-Aufgabe! Gegenseitige Achtung und Respekt vor dem Schicksal des anderen muss unbedingt gelebt werden. Nur beide Eltern(systeme) zusammen ergeben ein Ganzes für das Kind! Die subjektiven Erfahrungen beider Eltern aus ihren Systemen sind gleichwertig. Fühlen es beide tatsächlich so, seid ihr als Eltern sofort viel präsenter. Ihr seid durch die Einbindung in euer System so geworden wie ihr seid. Und oft ist es die schlimmste Vergangenheit, die die größte Kraft gibt.

 

Getrennt Eltern sein

Vergesst niemals dass ihr nur gemeinsam Eltern sein könnt.

Das gilt auch nach der Trennung. Ihr seid dann zwar als Paar getrennt, aber ihr werdet immer als Eltern aneinander gebunden sein. So groß und einzigartig die Liebe zu eurem Kind auch ist, ihr besitzt es nicht und ihr seid Eltern nur zu zweit.

Eltern sein und Paar bleiben - wie kann das gelingen?

Der andere Elternteil ist gleich wichtig und gleich berechtigt, sich um das Kind zu kümmern. Ihr könnt euch viel Stress ersparen, wenn ihr euer Kind auch den anderen Elternteil erleben lasst. Dem Kind wird sonst die Basis, auf der es gesund aufwachsen kann, genommen und das wird es euch übel nehmen. Ist das im Alltag nicht möglich, weil der andere Elternteil weit weg lebt, schon verstorben oder krank ist (dazu zählt auch Alkoholsucht, Missbrauch etc.), dann muss ein Elternteil sich allein um das Kind kümmern.

Wenn das mit  Achtung und Respekt vor dem anderen Elternteil passiert, ist das kein Problem.

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