5 Gründe warum es sich lohnt täglich Sex zu haben – gerade in einer langjährigen Partnerschaft

Sex und Partnerschaft

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5 Gründe wieder Sex zu haben

Natürlich ist der Sex nach jahrelanger trauter Zweisamkeit oft langweilig. Viele Paare haben seit Monaten oder Jahren gar keinen Sex mehr. Oder der Sex wird zu einer Art Ritual, das auf immer gleiche Weise zur immer gleichen Zeit durchgeführt wird. Im besten Fall mit Orgasmusgarantie für alle Beteiligten.

Selbst wenn sich beide mit diesem Deal einigermaßen wohl fühlen, gibt es fünf Gründe das zu ändern und sich stattdessen eine Zeitlang zu täglichem Sex zu verpflichten.

Sex und Partnerschaft

  1. Der Partner, den du hast ist nicht dein Freund, er ist lediglich auch dein Freund. Was ihn oder sie unterscheidet von deinen Freunden ist, dass ihr euch entschieden habt euch als Sexpartner zur Verfügung zu stehen. Und zwar in den meisten Fällen exklusiv zur Verfügung zu stehen. Unter Umständen war das sogar der Grund, warum ihr euch auf diese längere Beziehung eingelassen habt. Es ist auf jeden Fall der Grund für eure Kinder, wenn ihr welche habt. So etwas Wesentliches kann nicht plötzlich unwichtig geworden sein! Macht euch bewusst, dass Sex wichtig ist! Für euch beide. Und zwar auch und gerade dann, wenn er schon länger ein Problem in eurer Beziehung ist.
  2. Täglicher Sex führt dazu, dass ihr euch wieder wahrnehmt. Nicht nur körperlich sondern vor allem auch als ein Mensch mit Wünschen und Träumen. Ihr sprecht endlich wieder über andere Dinge als die alltäglichen Sachen, die nur erledigt werden müssen. Nutzt die Zeit vorher und nachher über eure wirklich wichtigen Gedanken zu sprechen. Welche Träume habt ihr noch im Leben? Was wollt ihr unbedingt noch machen, bevor es zu spät ist? Natürlich haben hier (endlich!) auch die sexuellen Wünsche und Träume Platz, die man sich nicht zwischen Arbeit und Abwasch schnell mal eben zuruft. Der tägliche Sex schafft Platz für Träume. Im besten Fall sind es sogar gemeinsame Träume.
  3. Der eigene Körper rückt in den Fokus! Gerade wir Frauen stehen mit unserem Körper oft auf Kriegsfuß. Circa 80% aller Frauen über 40 haben etwas an ihm auszusetzen. Durch die tägliche Beschäftigung mit ihm rücken diese Gedanken ins Bewusstsein und wir kümmern uns um diese wichtigen Gedanken. Sie sind nämlich nicht harmlos. Sie sind eine Art Autoimmunerkrankung durch die wir unsere eigenen Gedanken gegen uns selbst richten. Wir richten damit mehr Schaden an als uns bewusst ist. Sie verschwinden natürlich nicht durch täglichen Sex aber sie werden uns viel bewusster. Der tägliche Kontakt mit dem eigenen Körper schafft Raum, diese Gedanken aus zu sprechen. Nur so werden sie entschärft, denn sobald wir uns ihnen ernsthaft zuwenden, wollen wir auch eine Lösung finden! Vielleicht fließen auch ein paar Tränen aber das sind gute Tränen, sie heilen und ebnen den Weg, freundlicher mit uns umzugehen. Das ist viel gesünder. Täglicher Sex ist eine Form der Gesundheitsvorsorge. Für Männer gilt das natürlich genauso, denn alle Unzulänglichkeiten, die wir sonst gerne unter der Bettdecke versteckt halten, kommen zum Vorschein. Das ist gut und gesund!
  4. Durch Körperkontakt wird das Bindungshormon Oxytocin ausgestoßen. Das sagt doch alles. Es ist das Bindungshormon und es tut genau das, was der Name sagt, es bindet uns aneinander. Wir erleben uns wieder mehr als ein Team, als eine Einheit. Wir gegen den Rest der Welt! Oder noch besser, wir für den Rest der Welt! Das macht stark und schafft Geborgenheit. Das persönliche Glücksgefühl wird gesteigert. Sex macht glücklich!
  5. Sex ist natürlich nicht nur ein körperlicher Akt. Völlig unabhängig vom körperlichen Geschehen wird unsere psychisch-seelische Verbundenheit geprüft. Es geht dabei eben auch um viel grundsätzlichere Fragen.
    Haben wir überhaupt noch Lust aufeinander haben?
    Können wir uns gegenseitig noch Gutes tun?
    Vertrauen wir einander und können wir uns dem anderen mit allem was da ist zumuten?
    Sind wir wirklich offen für den anderen oder steckt er schon lange in einer Schublade, aus der es keinen Weg raus gibt? Das alles sind schöne und wichtige Fragen in einer Partnerschaft, die durch täglichen Sex plötzlich im Raum stehen und sogar ganz ohne Worte beantwortet werden. Streit, Vorwürfe und Genörgel werden weniger, denn wir fühlen uns auf einer tiefen Ebene anerkannt und verbunden.

Diese Gründe sollten ausreichen, sofort damit anzufangen. Egal, ob euch das peinlich ist. Egal, ob ihr zu müde seid. Egal, ob ihr wenig Zeit habt. Egal, ob ihr keine Lust habt. Egal, ob ihr Angst habt zu versagen. Egal, ob ihr das Thema schon länger meidet, weil es irgendwie zum Problem geworden ist. Egal, ob ihr euren Partner langweilig findet. Gerade das sind Argumente dafür, endlich damit zu beginnen.

Holt euch zur Unterstützung das Buch von Douglas Brown „100 Tage Sex“. Am Anfang werdet ihr beginnen wieder über Sex zu sprechen und schon dieser Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Gerade im mittleren Alter sollten wir uns nicht mit mittelmäßigem, seltenem Sex abfinden. Wir verpassen sonst etwas ganz Besonderes und versinken im Alltagstrott.

Sex mit einem langjährigen Freund und Begleiter macht wirklich Spaß! Ach das ist ja schon der 6. Punkt, den hatte ich fast vergessen. Also legt los und genießt euch und den anderen wieder als ganzen Menschen.

Sex in Partnerschaft

6 Comments

  • Ein wirklich toller Beitrag. Sex ist für mich uninteressant und wie eingeschlafene Füße. 😀

    • Manuela

      Reply Reply 2. März 2016

      Hallo Sanni,
      eine Annäherung an das Thema lohnt sich wirklich. Auch, wenn es am Anfang etwas länger dauert, weil die Füße erst wieder geweckt werden müssen. Das könnte aber zum Beispiel schon ein Anfang sein!

  • Fabian

    Reply Reply 4. März 2016

    Also ich hab ca. 2-3 mal in der Woche Sex mit meiner Frau. Aber jeden Tag, das würden wir im Alltag nicht unterkriegen. Nach einem stressigen Tag wären wir abends beide zu kaputt dafür 🙂

    • Manuela

      Reply Reply 4. März 2016

      Hallo Fabian,
      Wenn alles gut ist und ihr zufrieden seid, muss auch nichts geändert werden. Wenn beide Lust auf so ein Experiment haben, ist es wunderbar!

  • Till Kurbjuweit

    Reply Reply 14. August 2016

    Hallo Manuela,
    dein Blogbeitrag gefällt mit gut, weil die Gründe, die du nennst, jeden Tag Sex zu haben, absolut stimmig und überzeugend sind.
    Das Problemchen bei der ganzen Sache ist aber, dass guter Sex auf Begehren beruht (auch wenn Eva-Maria Zurhorst dieses abschaffen will) und dieses nicht planbar und einschaltbar ist. Und einfach so was Sexuelles zu machen, ohne gerade den Partner/die Partnerin zu begehren, könnte nach hinten los gehen.

    Du schreibst unter anderem, dass im Zusammenhang mit diesem täglichen Sex vorher und hinterher wichtige Gespräche möglich sind. Das sehe ich etwas differenziert. Wenn der Mann bei dieser täglichen Begegnung auch „kommt“, also ejakuliert, wird es mit seiner Bereitschaft, hinterher über wichtige Beziehungsthemen und Träume zu reden, nicht weit her sein. David Deida spricht vom „postejakulativen Desinteresse“. Etwas anderes wäre es natürlich, wenn der Mann diese Ejakulation zu seiner Befriedigung nicht braucht, zumindest nicht jedesmal, aber das ist ein anderes Thema.

    • Manuela

      Reply Reply 15. August 2016

      Hallo Till,

      ja du hast natürlich Recht, Sex ohne Begehren kann nach hinten losgehen. Es kommt vielleicht endlich etwas ans Licht, das sowieso schon die ganze zwischen den Beiden steht. Und genau darum geht es! Wenn beide Partner einander begehren und immer gleich viel Lust aufeinander haben, ist ja alles gut.

      Der Alltag von Paaren sieht allerdings häufig anders aus. Das erlebe ich nicht nur als Begleiterin von Paaren, sondern auch selbst als Partnerin in einer langjährigen Beziehung. Ich weiß einfach, dass es sich lohnt dieses Thema so offen wie möglich anzugehen. Ich schätze David Deida sehr, aber mein Favorit in Sachen Sex und Begehren in langjährigen Beziehungen ist eher David Schnarch. Er fordert dazu auf, ganz genau hinzugucken, was passiert wirklich beim Sex? Wie verhalte ich mich, was denke ich gerade, was sehe ich, was rieche ich, was brauche ich. Das ist wirklich nicht immer leicht, aber diese Form der bewussten und selbstverständlich auch gewaltfreien Kommunikation lohnt sich sehr! Für manche ist ein erster Schritt, einfach mal die Augen aufzumachen beim Sex. Ejakulation hin oder her 😉

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